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„EIN RIESENSCHRITT”

Hans Jappsen kennt die Aufzugbranche wie nur wenige. Das von ihm 1972 gegründete Fachplanungsbüro Jappsen Ingenieure betreute und betreut zahlreiche Projekte im In- und Ausland, darunter viele deutsche Renommiervorhaben. Das Spektrum reicht vom Berliner Reichstag über Opernturm und Tower 185 bis zur Europäischen Zentralbank in Frankfurt.
Was hat sich für die Planer mit der Einführung maschinenraumloser Aufzüge geändert?
Eine Menge. Die neue Technik war schon eine technische Revolution: Die Triebwerksräume – der korrekte Ausdruck für Maschinenräume – auf den Dächern fielen weg, die Aufzüge waren für die Architekten leichter zu planen. Dazu lieferte KONE das Konzept eines Antriebs, der sehr energieeffizient arbeitet und entsprechend wenig Abwärme erzeugt. Was für die Arbeit meines Büros ebenso wichtig ist.

So wichtig wie der Entfall des Triebwerksraums?
Ja. Es sind ja nicht nur die Triebwerke, die heute weniger Energie verbrauchen, auch die Steuerungen, Regelungen und Türantriebe verbrauchen deutlich weniger Energie als vor 20 Jahren. Dazu kommen leichte Tragelemente – Gurte – anstelle der Stahlseile, die die zu bewegende Masse deutlich reduzieren.

Die Technik der triebwerksraumlosen Aufzüge ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter vorangetrieben worden und ist mit Sicherheit noch nicht am Ende. Bei Hochhausaufzügen sehe ich derzeit noch eine Grenze. Aber Hochhausaufzüge sind anders konzipiert: Große und hohe Fahrkörbe mit Natursteinböden und Glas an den Wänden wiegen leicht vier bis fünf Tonnen und benötigen entsprechend große Triebwerke, die gewartet werden müssen und entsprechend zugänglich sein müssen. Da sehe ich nach wie vor die Notwendigkeit eines Triebwerksraums.

Dort sollte die Wärmeabfuhr aber keine Probleme bereiten.
Alle Triebwerke und alle Steuerungen geben Wärme ab. Mehr oder weniger. Diese Wärme muss aus Triebwerksraum oder Schacht entfernt werden. Wenn die Entlüftung, die nicht Teil des Aufzuges ist, nicht oder nicht ausreichend funktioniert und der Motor zu heiß wird, wird der Aufzug stillgesetzt. Das gilt auch für einen Feuerwehraufzug. Triebwerke, die weniger Wärme abgeben, sind hier von Vorteil.

Insgesamt war die neue Antriebstechnik, die erstmals beim MonoSpace® eingesetzt wurde, ein Riesenschritt. Sie ermöglichte eine deutliche erhöhte Energieeffizienz: durch die frequenzgeregelte Steuerung und den Wegfall des Getriebes.
Das 1972 von Hans Jappsen gegründete Ingenieurbüro war in Deutschland das erste, das auf Fördertechnik spezialisiert war. Das Büro mit seinen derzeit 18 Mitarbeitern plant die leistungsgerechte Erschließung von Gebäuden durch Aufzüge und Fahrtreppen, legt Leistungsverzeichnisse für Ausschreibungen fest und überwacht nach Auftragsvergabe die Installation. Auch prüft es die Anlagen im Auftrag des Bauherrn auf Vertragserfüllung, also auf die Erfüllung des Leistungsverzeichnisses.
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