PROJEKT

FRANKFURTS GLANZSTÜCK

Ratternde Güterzüge, unkrautbewachsene Bahngleise, Graffiti überall: Bei der Einfahrt mit dem Zug in Großstädte passiert man nicht selten heruntergekommene Brachen. Frankfurt am Main macht aus solch einer Schmuddelecke ein Glanzstück modernen Städtebaus: das neue Europaviertel.

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eit Jahren wächst die Bevölkerung des Rhein-Main-Gebiets. Es gibt Prognosen, die bis zum Jahr 2030 ein Ansteigen der Bevölkerungszahl in der gesamten Region um 8,5 Prozent auf 2,4 Millionen Menschen erwarten. Flächenknappheit, steigende Immobilienpreise und hohe Mieten sind die Folge. Die Region nutzt unterschiedliche Strategien, um das Wachstum nachhaltig zu gestalten. Dazu gehören die Aktivierung von Reserveflächen, die Nachverdichtung von Siedlungsflächen, unter anderem durch Schließen von Baulücken, aber auch die Umnutzung von Gewerbe- zu Wohnflächen, die Aufstockung von Wohnhäusern und der Bau von Hochhäusern wie des Henninger Turms, in dem KONE die Aufzüge installierte.

1996 beschloss die Deutsche Bahn, ihren nicht mehr ausgelasteten Hauptgüterbahnhof im Stadtteil Gallus aufzugeben. Der verbleibende Containerumschlag findet seit 1998 am Ostbahnhof statt. Dort, wo bis Ende der 1990er-Jahre Züge mit Containern mitten durch die Stadt rollten, entsteht seit 15 Jahren ein neuer Stadtteil vom Reißbrett. Die Finanzmetropole realisiert mit dem Europaviertel eines der größten städtebaulichen Projekte Deutschlands.

GLÜCKSGRIFF FÜR STADT UND MESSE

Für eine moderne Großstadt wie Frankfurt am Main stellt es einen unschätzbaren Gewinn dar, mitten in der Stadt plötzlich auf 100 Hektar zusätzlichen Raum für nachhaltige Entwicklung zugreifen zu können – anstatt auf unbebaute Flächen in den Randbereichen ausweichen zu müssen. Ein zusätzlicher Vorteil: Mit der Umnutzung kann endlich die Trennung der umliegenden Stadtteile durch das Bahngelände aufgehoben werden. Großzügige Grünflächen sollen als verbindendes Element zudem Erholungsmöglichkeiten für die umgebenden Viertel bieten.

Als Erste profitierte die Messe Frankfurt von der Umnutzung des ehemaligen Güterbahnhofs und ergriff die einmalige Chance, ihr Gelände um 31.000 m² Fläche in südlicher Richtung zu erweitern. Auf diesem Areal befindet sich heute die 2001 fertiggestellte Messehalle 3 und das neue Tor Ost. Auch das Mövenpick-Hotel und die Neue Dependance der Messe gehörten zu den ersten Bauten.

WOHNEN, ARBEITEN, SHOPPEN

Das erste Gebäude wurde bereits 2006 fertiggestellt; der Anschluss des Neubauviertels an das Frankfurter U-Bahn- Netz ist allerdings erst für 2022 geplant. Schon 2019 sollen im gesamten Viertel etwa 30.000 Menschen arbeiten und bis zu 10.000 Menschen wohnen. Dafür erhält der Stadtteil neben Büros und Wohnungen eine Schule, Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten sowie zahlreiche Parks.

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Wer die Skyline Plaza besucht, sollte dem Einkaufszentrum unbedingt aufs Dach steigen – des Ausblicks wegen.

KONE IM EUROPAVIERTEL: EINE AUSWAHL

Hotel Capri by Fraser: 3 MonoSpace® 500 mit je 1.000 kg Tragkraft (1,6 m/s, 9 Haltestellen)
Hotel Hampton by Hilton: 2 MonoSpace® 500 mit je 1.000 kg Tragkraft (1,75 m/s, 9 Haltestellen)
Hotel Premier Inn: 3 MonoSpace® 500, davon 2 x 1.000 kg Tragkraft (1,6 m/s, 9 Haltestellen), 1 x 630 kg (1 m/s, 2 Haltestellen)
Wohnhaus Maksimir Parkend 18, Pariser Str. 2: 1 MonoSpace® 500, gehobene Ausstattung, Glasrückwand, 1.000 kg Tragkraft, 1 m/s, 7 Haltestellen
Skyline Plaza: 8 Rolltreppen, Förderhöhe 5,38 m
Tower 185: 24 Aufzüge, darunter eine 10er-Gruppe MiniSpace® mit Zielwahlsteuerung und Infobildschirmen, hochwertige Kabinenauskleidung. – Feuerwehraufzug: MiniSpace®, Förderhöhe 193 m, 53 Halte, 5.000 kg, 3,5 m/s. Dazu zwei ECO3000®-Rolltreppen.

Um den heutigen Wohn- und Freizeitansprüchen gerecht zu werden, führt die Europa-Allee, ein 60 Meter breiter Boulevard, auf einer Länge von 550 Metern durch einen Tunnel. Darüber entsteht ein sechs Hektar großer Park: der „Europagarten“. Mit seinen ebenen Flächen und Hügeln verbindet er die umgebenden Viertel und bildet einen naturnah gestalteten Mittelpunkt. Zudem steigert er die Attraktivität der angebotenen Wohnbauten – schließlich liegt mehr als ein Drittel von ihnen direkt am „Europagarten“.

Blickfang am Eingang zum Neubaugebiet ist die 2013 eröffnete Skyline Plaza. Das Einkaufszentrum der Superlative umfasst 170 Läden mit Gastronomie sowie Sport- und Wellness- Angebote. Sein Name leitet sich vom 11.000 m² großen Dachgarten mit einem Ausblick über die Skyline Frankfurts ab.

Architektonisch ist es einem schlagenden Herzen nachempfunden und wird nachts außen pulsierend illuminiert. Im Inneren verbinden acht KONE Rolltreppen die Stockwerke. Das moderne helle Design unterstreicht die Leichtigkeit der Architektur des Einkaufszentrums. Direkt am Frankfurter Hauptbahnhof und dem Messegelände gelegen, zählt jeder Quadratmeter Grund und Boden. Daher wachsen die Gebäude in die Höhe. KONE hat für zahlreiche Bauprojekte die Aufzüge entworfen und geliefert.

Eines der eindrucksvollsten ist sicherlich der Tower 185 am Eingang des Viertels, mit 200 m Deutschlands vierthöchstes Hochhaus, das bereits 2011 fertiggestellt wurde. Der Tower bietet 100.000 m² Nutzfläche und beeindruckt durch seine fast 20 m hohe Lobby. 24 von KONE maßgeschneiderte Aufzüge ermöglichen das schnelle Erreichen der 50 Stockwerke.

MONDÄNES WOHNEN 

Zu Frankfurts feinen neuen Adressen gehört das Parkend im Europaviertel. Die nach den schönsten Parks europäischer Großstädte benannten und in Weiß gehaltenen Gebäude bilden eine atmosphärische Einheit mit ausdrucksstarker Architektur inmitten großer Gartenflächen. Ein spezielles Design für die Nacht sorgt für stimmungsvolle Beleuchtung bei Dunkelheit.


Das Haus Maksimir Park mit 38 Wohneinheiten wartet mit „Promenaden- Architektur“ mit repräsentativer Fassade und herausragender Ausrichtung nach Süden auf. Es bietet einen wunderbaren Blick auf den Park. KONE installierte einen komfortablen Aufzug mit Glasrückwand, die den Blick über die mondäne Architektur erlaubt.

Aufgrund der Nähe zur Innenstadt, zum Hauptbahnhof und zum Messegelände, die allesamt fußläufig zu erreichen sind, ist das Europaviertel als Großprojekt besonders interessant für die Ansiedlung von Hotels. Allein drei Hotelneubauten wurden im Frühjahr 2016 eröffnet: Capri by Fraser und Premier Inn – beides Marken, die sich erstmalig auf den Frankfurter Markt begeben – sowie Hampton by Hilton. Sie stehen an der Europa-Allee 42–46. In Fachkreisen gelten die drei neuen Frankfurter Hotels als eines der spannendsten Hotelprojekte Deutschlands der vergangenen Jahre. Die drei Häuser wurden mit insgesamt acht KONE Aufzügen ausgestattet, darunter sieben KONE MonoSpace® Personenaufzüge mit teilweise gehobener Standardausstattung. Das Premier Inn erhielt zusätzlich einen Service-Aufzug gleichen Typs in Standardausstattung mit zwei Haltestellen.

DIE MISCHUNG MACHT'S

Die Frankfurter Stadtplaner waren sich des Risikos bewusst, dass ähnliche Großprojekte in der Vergangenheit soziale Brennpunkte entstehen ließen. Vor allem wollte man vermeiden, dass die Innenstadt nachts zur Geisterstadt wird, wenn dort nur Büro- und Geschäftshäuser stehen.

Deshalb hat die Stadtverwaltung auf dem ehemaligen Güterbahnhof die Weichen für die Nutzung so gestellt, dass die richtige Mischung erreicht wird. Das im Auftrag der Deutschen Bahn vom Frankfurter Planungsbüro Albert Speer & Partner (AS&P) entwickelte Nutzungskonzept für das Europaviertel sieht für die Flächen des ehemaligen Bahnareals jeweils 25 Prozent für Messeerweiterung, Wohngebiete, Grünflächen und Mischgebiete vor.

Zusätzlich erhielten die Investoren die Vorgabe, auch geförderten Wohnungsbau zu realisieren, um ein vielseitiges Angebot an Wohnungen entstehen zu lassen. Heute kann sich niemand mehr vorstellen, dass dieser moderne Stadtteil einmal ein heruntergekommenes Bahngelände war.
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KONE kontakt: Nicole Janischewski, 069 42004-263 nicole.janischewski@kone.com

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