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FÜHL, WIE’S DEINEM
AUFZUG GEHT!

Die neue Betriebssicherheitsverordnung verlangt vom Betreiber die „Inaugenscheinnahme” seiner Aufzüge durch eine „beauftragte Person”. Schwer zu verstehen? Nein, eigentlich ist es ganz einfach, auch mit der geforderten Kontrolle durch den Betreiber.

D
ie „beauftragte Person“ wird in den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) 3121 erwähnt. Demnach wird sie vom Betreiber ernannt. Ihre wichtigste Aufgabe ist die regelmäßige Anlagenkontrolle: die Inaugenscheinnahme. Weil diese Kontrolle bislang oft unterblieb, nahmen sie die Verfasser der BetrSichV in die Neufassung des Regelwerks explizit auf – der sprichwörtliche Wink mit dem Zaunpfahl.

In der BetrSichV ist von der „beauftragten Person“ keine Rede, sondern von ihrer Haupttätigkeit: der „Inaugenscheinnahme“. Dabei werden die Aufzüge zusätzlich zu Regelwartungen und TÜV-Prüfungen durch eine bestimmte Person nach dem Prinzip „Sehen – Fühlen – Hören“ auf Gefährdungen geprüft – je nach Bedarf jeden Tag, jede Woche, jeden Monat.

Weil nicht jeder Betreiber die Ressourcen hat, die Anlagen auf Beschädigungen, zugestellte Zugänge und ungewöhnliche Geräusche zu prüfen, bietet KONE die Aufzug-Fernüberwachung und die Inaugenscheinnahme (durch Subunternehmer) an. Beides zusammen entlastet den Betreiber von den Aufgaben des „Aufzugwärters“: ein längst überholter, aber immer noch gebräuchlicher Begriff.

Die Vorgaben der TRBS an die „beauftragte Person“ sind recht einfach: Sie muss volljährig sein und über Sicherheits- und Verantwortungsbewusstsein verfügen. Auch muss sie in ihre Tätigkeit eingewiesen worden sein – ein Vorgang, der für gewöhnlich alle zwei Jahre oder bei technischen Veränderungen an den Aufzügen wiederholt werden sollte. Die Einweisung übernimmt im allgemeinen eine Prüforganisation wie der TÜV.
   

PERSONENBEFREIUNG

Die „beauftragte Person“ der TRBS kann weitere Aufgaben übernehmen, darunter die Personenbefreiung. Meist beauftragen Betreiber Wartungsfirmen, deren Techniker im Notfall zur Stelle sind. Entscheidet sich ein Betreiber für die Hauslösung, sollte er sich für das Notrufmanagement an der VDI-Richtlinie 4705 orientieren.

So muss er sicherstellen, dass der Techniker möglichst 30 Minuten nach erfolgtem Notruf an der Anlage eintrifft. Vor allem braucht der Betreiber eine ständig besetzte Stelle, die den Notruf annehmen, den Techniker alarmieren und den Vorgang ordnungsgemäß dokumentieren kann. Notrufmanagement ist also keine ganz einfache Sache, weshalb Betreiber meist Wartungsunternehmen damit beauftragen.

Diese können den Betreiber bei der Erstellung des Notfallplans unterstützen, der von der verschärften BetrSichV gefordert wird. Er soll alle für die Befreiung notwendigen Informationen bündeln, etwa Angaben zum exakten Standort der Anlage und zu den Personen, die die Befreiung vornehmen oder dem Techniker Zugang zur Anlage verschaffen können.

Neben Inaugenscheinnahme und Personenbefreiung kann die beauftragte Person eine dritte Funktion ausüben: Als Aufzugführer soll sie u. a. darüber wachen, dass Kabinen nicht überladen werden. In der Praxis ist der Aufzugführer jedoch längst von der Technik abgelöst worden.

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