PROJEKT

DER VOLLTREFFER

Das Deutsche Fußballmuseum (DFM) erzählt nicht nur spannende Fußballgeschichten, es bietet auch bemerkenswerte Fördertechnik: Drei Aufzüge und eine Rolltreppe kombinieren geschickt Serienund Sonderlösungen für ein attraktives Erscheinungsbild und optimalen Personenfluss.

DAS DEUTSCHE FUSSBALLMUSEUM

Platz der Deutschen Einheit 1, Dortmund. Anlagen: 1 Rolltreppe (TransitMaster™ 120), 3 Aufzüge (MonoSpace® 700), Vollwartung (Care® Premium) ohne Notruf. Architektur: HPP Hentrich-Petschnigg + Partner, Düsseldorf. Gebäudetechnik: Winter, Düsseldorf. Fachplanung: Baier, Merzenich. Lokale Einbauten: Metallbau Lückerath, Köln. 
D
as Fußballmuseum zeigt, wie die intensive Abstimmung zwischen den Beteiligten zu individuellen Lösungen führt. Sie bescherten dem Museum schicke Anlagen und ein effektives Konzept zur Besucherführung und -steuerung.


DIE AUFGABE

Seit Beginn der Planungen 2006 war das Museum ein Prestigeobjekt: für den Deutschen Fußball-Bund ebenso wie für die Stadt, die schlussendlich den Zuschlag erhielt: Dortmund. Die Kommune witterte die Chance, ihre Kunst- und Kulturmeile zwischen Dortmunder U und Konzerthaus, gegenüber vom Hauptbahnhof, um ein Glanzlicht zu ergänzen. So lobte man für das Millionenprojekt einen Architekturwettbewerb aus. Für Planung und Betrieb gründete der Deutsche Fußball-Bund die Stiftung Fußballmuseum gGmbH, in deren Geschäftsführung die Stadt vertreten ist. Nach knapp zweieinhalb Jahren Bauzeit eröffnete das Museum im Oktober 2015.

DIE LÖSUNG

Die Anziehungskraft des Hauses, dazu die Doppelnutzung als Museum und Veranstaltungszentrum erfordern eine leistungsfähige, flexible Führung der Besucher. Dafür erhielt das Museum zunächst eine Rolltreppe, die Gäste vom Foyer direkt ins 2. OG befördert, wo der Rundgang die Besucher zurück ins EG führt. 
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Die Rolltreppe fährt Besucher zur Ausstellung.
Wegen der Förderhöhe von 12 m wurde eine Verkehrsrolltreppe installiert, wie sie normalerweise in Bahnhöhen und Flughäfen zu finden ist. Weiterhin führen ein Personen- sowie ein kombinierter Lasten- und Personenaufzug die Besucher zum Beginn der Ausstellung. Vorrangig aber dienen beide Anlagen den behinderten Gästen sowie den Besuchern der Empfänge und Tagungen.

Für sie wurde eine Besuchersteuerung eingerichtet: Finden Veranstaltungen in UG und EG außerhalb der Öffnungszeiten statt, werden die Halte in den Ausstellungsbereichen gesperrt. Nur Mitarbeiter können dann mit ihrer personalisierten Karte das 1. und 2. OG anfahren; dabei ist die Rolltreppe stillgelegt. Eine dritte Anlage, ein Glasaufzug, markant im Foyer platziert, dient allein der Anbindung der Gastronomie im 2. OG. „Theoretisch könnten wir für die Aufzüge weitere Szenarien vorgeben“, sagt DFM-Haustechniker Andreas Heine. „Das ist über den Rechner der Gebäudeleittechnik, die auch die Steuerung der Aufzüge einbindet, leicht möglich. Aber derzeit passt es.“

Rundgang Deutsches Fussballmuseum

Video:
 Rundgang Deutsches Fussballmuseum

DER WEG 

Nach dem Zuschlag für KONE begann die Feinarbeit. Durch Kooperation des Unternehmens mit den Gebäudetechnik- Ingenieuren, dem Fachplaner und den Architekten konnten das ursprüngliche Erschließungskonzept optimiert und die Kosten gesenkt werden. So verzichtete man darauf, den Glasaufzug im Foyer als aufwendige Übereckvariante auszuführen. Stattdessen wurden die lokal ausgeführten Glasflächen der Anlage deutlich vergrößert.

Lokale Lösungen sind auch die Verkleidungen diverser Schachtbauteile: So erhielten das Gegengewicht und die Innenseiten der Schachttüren Ummantelungen aus Edelstahl, um den Blick in den Schacht attraktiver zu gestalten. Bei der Kabine des zweiten Personenaufzugs verzichtete man auf lokale Lösungen und setzte auf das Serienprogramm: spiegelpolierter dunkler Edelstahl für die Wände und goldfarbener geschliffener Edelstahl für die Decke.

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Die Rolltreppe fährt Besucher zur Ausstellung, der Aufzug zur Gastronomie ins 2. OG.

Eine Besonderheit sind auch die Tableaus in Kabinen und Haltestellen: Zur Integration der Kartenlesegeräte und der Notruftechnik eines Drittanbieters – das Museum organisiert die Notbefreiung hausintern – wurden Taster und Displays von KONE mit lokalen Edelstahlabdeckungen kombiniert.

Weitere Besonderheiten entsprechen ebenfalls örtlichen Anforderungen, etwa die mechanischen Fahrten- und Betriebsstundenzähler in den Wartungstableaus der Aufzüge und die Gumminoppenwände des Lastenaufzugs. Die Anlage ist als Durchlader konzipiert, sodass sie im Erdgeschoss direkt von außen zu beladen ist und die Güter nicht durchs Haus bewegt werden müssen. „Wegen der günstigen Lage nutzen wir die Anlage auch für Besucher“, sagt Heine, dem es die Noppen angetan haben. „Ist die Kabine nach vier, fünf Jahren unansehnlich, kann der Wandbelag einfach getauscht werden. Und alles ist wie neu.“ 

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